Neues von CompPart
Neues aus der Kreditwirtschaft
Hier berichten wir über Aussagen mit mit eventuellem Einfluss auf den Warenhandel
30.12.2011 - DPA meldet: „Die deutsche Industrie warnt angesichts anhaltender Probleme
von Banken in der Euro-Schuldenkrise vor Engpässen bei der Kreditversorgung“.
Der Präsident des Industrieverbandes BDI, Hans-Peter Keitel, befürchtet, dass vor allem mittelständischen Unternehmen
sowie kleinen Unternehmen die Kreditlinien gekappt werden – mit Folgen für die Investitionen.
„Diesmal könnten wir schneller in eine Kreditklemme hineinlaufen, als wir warnen können“, sagte Keitel in einem Gespräch
mit der Deutschen Presse-Agentur dpa. Wenn Geschäftsbanken alle gleichzeitig ihr risikobehaftetes Geschäft reduzieren,
dann machten sie das über den Kreditrahmen. „Kreditlinien können sie leichter zurückfahren als einen einzelnen Kredit.“
Aus den Unternehmen gebe es erste Signale, dass sie bei der ganz normalen Refinanzierung Probleme bekommen:
„Unternehmen, die eine ´atmende Finanzierung´ brauchen, könnten Schwierigkeiten bekommen.“ Große Unternehmen gingen an den
Kapitalmarkt: „Aber schon für Unternehmen in der zweiten Reihe ist diese Option weniger geeignet“, sagte Keitel.
Diese seien auf einen langfristigen Kreditrahmen angewiesen.
Auszüge aus einem Bericht von Spiegel Online v. 23.12.2011
Das Münchner Ifo-Institut veröffentlichte am 23.11.2012 folgende Zahlen aus dem Monat Dezember:
Demnach stuften 23,1 Prozent der 4000 befragten Firmen die Kreditvergabe der Banken als restriktiv ein.
Die Kreditvergabepolitik der Banken gilt als wichtiger Indikator für die Wirtschaftsentwicklung.
So ist es in Krisenzeiten für Unternehmen schwieriger, an Kredite zu kommen, weil die Banken mögliche Ausfälle fürchten.
Darüber hinaus kann es auch zu einer zurückhaltenden Vergabe von Krediten kommen, wenn die Banken selbst Probleme haben,
sich ausreichend mit Kapital zu versorgen.
Die Europäische Zentralbank (EZB) befürchtet deshalb, dass die Banken deshalb ihre Kreditvergabe einschränken und die
Konjunkturflaute damit verschärfen könnten.
Wallstreet-online vom 01.12.2011
Viele Unternehmen können Marktchancen nicht nutzen wenn die liquiden Mittel fehlen.
Expansion und weiteres Wachstum ist damit oftmals nicht mehr möglich. Nach einem Bericht von Wallstreet-online
haben Deutschlands Banken deutlich weniger Geld für ihr Geschäft zur Verfügung als noch vor einem Jahr.
Wie Wallstreet: online berichtet, drohen Engpässe in der Kreditversorgung. Branchenexperten fürchten, dass vor allem
langfristige Darlehen für viele Unternehmen fehlen könnten. Erste Unternehmen melden bereits Probleme, größere Aufträge
zu finanzieren. In der Branche rechnet man damit, dass vor allem langfristige Darlehen deutlich teurer werden oder für
viele Kunden schlicht nicht mehr erhältlich sind.
Frankfurter Allgemeine Zeitung vom 17.03.2011
Mittelständler treten immer mehr Forderungen ab
Factoringbranche erlebt ein „Hammerjahr“ und sieht weiteres Wachstum voraus
hpa. FRANKFURT, 16. März. Die deutschen Mittelständler benötigen unverändert viel Liquidität für das Tagesgeschäft, und immer mehr von ihnen
wollen das Risiko reduzieren, dass Kundenforderungen ausfallen. Daher erlebt die heimische Factoringbranche derzeit einen nie gekannten Aufschwung.
Die Finanzierungsgesellschaften, die den Mittelständlern ihre Forderungen gegen eine Gebühr abkaufen, konnten im vergangenen Jahr ihren
Gesamtumsatz um gut 37 Prozent auf den Rekordwert von 132 Milliarden Euro steigern, wie der Deutsche Factoring-Verband auf seiner Jahrespressekonferenz
berichtete. Erstmals machte der Anteil des aufgekauften Forderungsvolumen damit mehr als 5 Prozent des Bruttoinlandsprodukts aus.
„An dieser Schallmauer haben wir lange gearbeitet, das wird Signalwirkung haben“, sagte Joachim Secker, der Vorstandssprecher des Verbands.
Nachdem die Branche im Finanzkrisenjahr 2009 einen Rückschlag hinnehmen musste, sei 2010 „ein Hammerjahr“ gewesen, das die Erwartungen weit
übertroffen habe. Auch für dieses Jahr rechne eine große Mehrheit der Mitgliedsunternehmen abermals mit einem zweistelligen Wachstum, fügte
Secker hinzu.
Die Zuversicht der Factoringanbieter basiert auf den Plänen von immer mehr Mittelständlern, weitere Finanzierungsquellen aufzutun.
Durch das Factoring würden die Betriebe unabhängiger von Bankkrediten, erläuterte Secker. Daher unterstützten auch die Kreditinstitute
zumindest teilweise den Aufschwung des Factorings. „Die Banken erkennen zunehmend, dass sie risikogewichte Aktiva auf diese Weise aus der
Bilanz bekommen können, sagte Secker. Im vergangenen Jahr betreute die Branche 12 000 mittelständische Kunden, gut ein Drittel mehr als
im Vorjahr. Insbesondere die Zahl der kleinen Betriebe (bis zu einem Forderungsvolumen von 7,5 Millionen Euro) sowie die „big tickets“ mit
einem Forderungsvolumen von mehr als 75 Millionen Euro hätten sich deutlich erhöht, sagte Verbandsvorstand Hauke Kahlcke.
„Wir haben im kleinteiligen Geschäft auch zugelegt, weil einige Gesellschaften die Eintrittsbarrieren gesenkt haben“ ,sagte er.
Die meisten Kunden hat die Factoring-Branche im Handel, gefolgt vom Ernährungsgewerbe, den Dienstleistern, der Auto- und Maschinenbauindustrie.
Gut 80 Prozent des Factoringsvolumens werden als „Inhouse-Factoring“ abgewickelt. In diesem Fall tritt ein Mittelständler zwar seine Forderungen
ab und erhält dafür Geld, die Verwaltung und das Mahnwesen führt er aber in Eigenregie weiter. Nur gut 16 Prozent werden als „Full-Service-Factoring“
abgewickelt, sprich: Die Factoringgesellschaft übernimmt alle Aufgaben. Stark geschwankt hat in den vergangenen Jahren die Zahl der
Factoringanbieter in Deutschland: von 172 in 2008 auf 275 Gesellschaften in 2009, im vergangenen Jahr erfolgte dann wieder ein Rückgang
auf 244 Marktteilnehmer. Der Verband begründet dies mit Erfassungs- und Registrierungsproblemen.
08.01.2011 Bald weniger Langfristkredite?
Wie die Industrie- und Handelskammer Frankfurt in der neuesten Ausgabe des IHK Wirtschaftsforums schreibt, könnte Basel III dazu führen, dass zukünftig deutlich weniger Langfristkredite gewährt werden. Davor warnt, so die IHK, die Arbeitsgemeinschaft Mittelstand. Speziell die neuen Liquiditätsregeln könnten dazu führen, dass Kreditinstitute vermehrt kürzere Laufzeiten anbieten müssten. Dies widerspricht der Tradition einer langfristigen Investitionsfinanzierung in Deutschland, die für Unternehmen vor allem Planungssicherheit bietet.
15.11.2010 Wie Basel III die Kreditwelt verändert
Laut Handelsblatt wirft die Eigenkapitalreform für Banken ihre Schatten voraus. Zwar lässt die Furcht vor eine Kreditklemme im deutschen Mittelstand allmählich nach, aber gemäß einer Untersuchung der Unternehmensberatung Ernst & Young befürchten noch immer ein Drittel der befragten Firmen eine Unterversorgung mit Bankdarlehen. 65 % der befragten Unternehmen befürchten höhere Dokumentations- und Sicherheitsanforderungen. Die stärkere Regulierung der Banken durch Basel II soll dazu führen, dass diese künftig mehr Eigenkapital vorhalten müssen, um gegen Kreditausfälle gerüstet zu sein. Dies wird unweigerlich mit einer Erhöhung der Kreditvergabestandards verbunden sein.
15.10.2010 Banken haben Vertrauen verspielt
Wie die Frankfurter Rundschau in ihrer Ausgabe vom 14.10.2010 berichtete gaben bei einer Studie, die von der Commerzbank in Auftrag gegeben wurde, 61 % der Befragten an, dass sich seit der Krise ihr Vertrauen in die deutschen Banken verringert habe. Befragt wurden 4000 Inhaber und Geschäftsführer kleiner und mittlerer Unternehmen. Auch trauen viele der Befragten den Banken nicht zu, eine ihrer wichtigsten Funktionen, Unternehmen mit Krediten zu versorgen, zu erfüllen.
Angst vor der Kreditklemme
Trotz der Erholung in der Euro-Zone ist die Gefahr einer Kreditklemme vorerst nicht gebannt. Ein Alarmzeichen lieferten die veröffentlichten Daten zu den Firmenkrediten von der Europäischen Zentralbank (EZB), die im April auf das niedrigste Niveau seit fast zwei Jahren gefallen sind. Im Vergleich zum Vormonat brach die Darlehensvergabe um 14 Milliarden Euro ein, wie die EZB mitteilte. Geringer war die ausgereichte Kreditsumme zuletzt im Juni 2008 - also wenige Monate vor Ausbruch der Weltwirtschaftskrise.
Mehr als ausgeglichen wurde der Rückgang jedoch durch eine kräftig gestiegene Zahl von Krediten an Privathaushalte, die in der Summe um 17 Milliarden Euro zum Vormonat zulegte. Die in diesem Posten zusammengefassten Verbraucherkredite, Hypothekendarlehen und andere Ausleihungen lagen zugleich den sechsten Monat in Folge höher als im Vorjahreszeitraum. Im April wurden somit insgesamt 0,1 Prozent mehr Buchkredite an den gesamten privaten Sektor vergeben als im Vergleichsmonat des Vorjahres.
Experten sehen dennoch keinen Grund zur Entwarnung, da der Rückgang bei den Firmenkrediten bedenklich stimmt. Auch wenn man eine niedrige Nachfrage nach Geschäftskrediten unterstellt, so bleibt doch eine Sorge: Die Erholung in der Euro-Zone könnte dadurch gebremst werden, dass in den kommenden Monaten eine bedeutende Anzahl von Firmen nicht an die benötigten Kredite kommen wird. Angesichts der Schuldenkrise und der Sparpolitik in vielen Eurolaendern ist zu befürchten, dass der Aufschwung nur zögerlich in Gang kommt.
Kreditklemme
Der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK) hat 25.000 Mitglieder zur Kreditvergabe befragt. Das Ergebnis sei besorgniserregend, so der DIHK: 26 Prozent beklagen schlechtere Kreditkonditionen wie etwa höhere Risikoprämien oder schlechtere Laufzeiten. Das Ifo Institut für Wirtschaftsforschung in München ermittelte bei 4000 befragten Unternehmen sogar 42,9 Prozent, die Probleme bei der Kreditbeschaffung haben.
Die Bankenumfrage von EZB und Bundesbank (Bank Lending Survey) belegt, dass die Kreditinstitute seit dem Beginn der Finanzmarktkrise im Spätsommer 2007 die Kreditstandards kontinuierlich angehoben haben. Damit haben sich zweifelsohne die Finanzierungsbedingungen der deutschen Unternehmen erheblich verschlechtert. Zum selben Ergebnis kommen auch andere Befragungen wie die ifo-Kredithürde, die KfW-Blitzbefragung und das KfW Mittelstandspanel.